US Open 2025

US Open 2025

Die nächste große Reise steht an! Am Samstag den 21.06. ging es in die USA aus Hamburg. Gleich zu Beginn der erste Schockmoment. Mein Vater brachte mich zum Flughafen und beim Check-In bemerkte ich, dass ich mein Handy im Auto gelassen habe. Glücklicherweise wurde meine E-Mail von meinem Vater rechtzeitig gelesen, welche ich über mein Ipad gesendet hatte und er kam nochmal zurück. In solchen Momenten habe ich wieder gemerkt wie wichtig das Handy einfach geworden ist, manchmal schon ein bisschen erschreckend.

Dann ging es los aus Hamburg zuerst nach München. Ich hatte eine Umsteigezeit von 70 Minuten, die sich als sehr kurz erwiesen hat durch eine kleine Verspätung im 1. Flug, Ankunft an einer Außenstelle, Terminalwechsel, zwei Passkontrollen und einem Sicherheitscheck. Da kam ich doch ganz schön ins Schwitzen, aber am Ende saß ich pünktlich im Airbus A380-800 der Lufthansa zu zweit in einer Viererreihe auf dem Weg nach Denver. Etwas über zehn Stunden dauerte der Flug und von dort ging es schließlich zum Endziel Omaha.

In Omaha dann angekommen der nächste Schockmoment. Ich öffnete meine E-Mail mit dem Gepäckbeleg und lese das Kleingedruckte auf dem stand, dass ich mein Koffer in Denver hätte abholen und selbstständig wieder einchecken sollen für den nächsten Flug! Glücklicherweise war meine Umsteigezeit lang genug in Denver und Flughafenmitarbeiter haben für mich meinen Koffer wieder eingeladen.

In Omaha holten mich Leona und Bjarne mit dem Mietwagen ab und es ging zu unserer Airbnb, das wir mit Jones zu viert uns teilten.

In den ersten Tagen geht es immer ums Ankommen und das Gewöhnen an die Trainingsbedingungen. Die Tage sind gefüllt mit Traininseinheiten auf dem Feld, im Gym und mit Physioeinheiten. In der freien Zeit werden Einkäufe erledigt, etwas Produktives für die Uni gemacht, aber es findet sich auch Zeit sich mal im Café zu treffen für eine kleine Spielrunde o.Ä..

Schon im Haupthallentraining bemerkten wir, dass die Konditionen etwas schwieriger sind, die Halle ist sehr groß und die Klimaanlage sehr spürbar. Über die Wettkampftage hinweg wurde auch ersichtlich, dass der Wind nicht konstant war, sondern immer mal wieder in eine andere Richtung wehte und auch die Windstärke sich variierte.

Am Montagabend kam dann Schockmoment Nr. 3 (oder 4?!). Draußen hörte man einen Knall und das Licht flackerte kurz, und dann fünf Minuten später der zweite Knall und das Licht war plötzlich ganz weg. Die Klimaanlage und der Kühlschrank waren leise. Stille machte sich breit. Wir liefen nach draußen und sahen, dass die Polizei gekommen ist. Anscheinend war ein großer Ast von einem Baum abgebrochen und genau auf die Stromleitung hinterm Haus gefallen. Ohne Wissen wann der Strom wieder zurückkommt, gingen wir dann ins Bett und ich verabschiedete mich schon innerlich von meinem frisch gekauften Hähnchenfleisch, das im Kühlschrank liegt. Am nächsten Morgen um 6 Uhr ging das vertraute Summen der Klimaanlage wieder los, der Strom war wieder da!

Der abgebrochene Baum

Am Mittwoch dann mein Wettkampfbeginn. In der ersten Runde traf ich auf eine Qualifikantin aus der Schweiz. Der erste Satz erwies sich als schwierig, ich hatte starken Rückenwind und meine Gegnerin ging mutig aufs Netz drauf und drückte mir die Bälle hinten rein. Ich lag eine ganze Weile zurück, doch am Ende konnte ich noch den Satz drehen. Im 2. Satz konnte ich dann meine Erfahrung ausspielen und gewann ihn sicher.

Donnerstag war das Achtelfinale gegen Wen Yu Zhang aus Kanada und aktuell Nr. 47 der Welt. Ich wusste, dass sie sehr gute und variantenreiche Schläge hat und dass ich nicht zu früh auf die Bälle starten durfte. Insgesamt lieferte ich eine konzentrierte gute Leistung ab, und konnte den Wind auch ganz gut kontrollieren. Diesmal war der Seitenwind deutlich stärker spürbar, für mich persönlich aber einfacher zu handhaben als Rücken-/Gegenwind. In zwei Sätzen konnte ich das Spiel für mich entscheiden und qualifizierte mich somit fürs Viertelfinale!

Im Viertelfinale dann eine vertraute Gegnerin. Beiwen Zhang aus den USA. Ehemalige Nr. 9 der Weltrangliste, oft meine Zimmerpartnerin auf der Tour gewesen in der Vergangenheit, gute Freundin und Teamkollegin in der Bundesliga. Wir kennen das Spiel des anderen sehr gut und haben auch schön öfters gegeneinander gespielt gehabt auf Wettkämpfen, bisher aber meine Bilanz eher ernüchternd gegen sie mit keinem Sieg. Das Spiel war zu hektisch von mir im 1. Satz, zu viele unpräzise Bälle und leichte Fehler, die sie direkt mit schnellen Konter bestrafte. Zum Ende hin bekam ich aber eine bessere Kontrolle und längere Ballwechsel kamen zu Stande. Der erste Satz ging 17:21 an Beiwen. Im 2. Satz konnte ich mein Tempo mehr ausspielen und die besseren Treffpunkte am Netz und im Hinterfeld erreichen. Ich führte bis 14:11 und dann kam der erste Bruch. Der Schiedsrichter überstimmte eine Entscheidung des Linienrichters, welche aus meiner Sicht eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters war. Spielstand 14:12 anstatt 15:11. Danach folgten lange Ballwechsel, wo Beiwen leider wieder mehr in der Lage war die Initiative zu ergreifen, ich hielt gut gegen, aber letztendlich kam sie zu oft mit ihrem Angriff durch. Gepaart mit paar leichteren Fehlern verlor ich schließlich den zweiten Satz 18:21. Sehr schade, weil ich während des Spiels gemerkt habe, dass die langen Ballwechsel sie gut unter Druck gesetzt hatten.

Das waren dann schon leider die diesjährigen US Open für mich, ein Viertelfinale in einem Tour 300 Turnier ist erstmal erfreulich und die Leistungskurve zeigt nach oben. Das nächste Turnier steht auch schon wieder vor der Tür, die Canada Open in Toronto, die nächsten Mittwoch für mich beginnen.

Kurios: Der Austragungsort Council Bluffs ist nicht bekannt für seine Badmintonkultur, entsprechend wenige Zuschauer haben sich in die Halle verirrt.

Für Interessierte, die meine Spiele im Re-Live verfolgen möchten:

1. Runde: Zeitstempel: 3:16:27
Achtelfinale: Zeitstempel: 2:34:10
Viertelfinale: Zeitstempel: 2:23:25

Hinterlasse einen Kommentar

Hier ist Yvonne

Willkommen auf meiner Blog-Seite, ein Ort wo ich meine Erlebnisse von meinen Reisen auf und neben dem Feld teile für jeden, der sich interessiert dafür mehr über das Leben und die Geschichten einer professionellen Badminton-Athletin aus Deutschland zu erfahren.

Sponsoren/Stiftungen/Partner

Vereinszugehörigkeit

SV Fun-Ball Dortelweil (1. Bundesliga)
ABRM Warszawa (1. Polnische Liga)

Botschafterin für

Solibad (Charity Organisation)
Relix (Badminton Upcycling)