WM-Trainingslager in Spanien

WM-Trainingslager in Spanien

La Nucia, Spanien

Direkt nach den Finals in Dresden ging es für mich auf den nächsten Trip. Aus Dresden fuhr ich nach dem Finalsieg mit dem Zug nach Berlin, um in der Nähe des Berliner Flughafens zu übernachten, damit ich am nächsten Morgen von dort nach Alicante (Spanien) entspannt fliegen kann. Simpler Plan, oder? Gebucht hatte ich ein Zimmer im Intercity Hotel am Flughafen. Da stand ich dann auch an der Rezeption des besagten Hotels, direkt in der Nähe zum Flughafen BER. Viele Leute waren in der Lobby, eine lebhafte Atmosphäre, modern eingerichtet. Ein Einzelzimmer für eine Nacht zu einem Preis von 50€ dort, was für ein guter Deal! Tja…, da stellte sich heraus, es gab anscheinend zwei Intercity Hotels am Berliner Flughafen. Mein Hotel war zwei S-Bahnstationen entfernt am alten Berliner Flughafen Schönefeld, dort an der Station ausgestiegen, war es wie ausgestorben. Der Fußweg zum Hotel in der späten Nacht, richtig gruselig. Aber letztendlich ist alles gut gegangen, das Zimmer war zwar nicht sehr modern, aber gut genug für mich allein, und auch die Entfernung zum Flughafen war auch noch verkraftbar.

Dann ging es also am Montagmorgen den 04.08. los, auf nach Alicante und von dort weiter nach La Nucia. Zwei Wochen Trainingscamp mit der spanischen Nationalmannschaft stand auf dem Programm, ganz unter dem Motto: Vorbereitung auf die anstehende WM in Paris, Ende August!

Aber wie kam das eigentlich zu Stande? Clara Azurmendi, spanische Nationalspielerin und Olympiateilnehmerin von Tokio 2021, und ich sind schon langjährige Freundinnen. Wir gehören beide dem 98er Jahrgang an und haben schon seit der Jugendzeit oft gegeneinander gespielt. Schließlich haben wir uns auch des Öfteren das Zimmer auf Wettkämpfen geteilt und sprachen immer wieder davon gemeinsam mal zu trainieren. Zwischen meinem letzten Wettkampf, den Canada Open und der WM gab es einen sechswöchigen Trainingsblock, und da hat es sich angeboten ein Trainingsbesuch im anderen Land zu organisieren. Zufälligerweise hatte die spanische Nationalmannschaft ein Trainingslager zur Vorbereitung auf die WM geplant (eigentlich trainieren sie in Madrid), und haben mich dorthin eingeladen.

In der ersten Woche bildeten Clara, Ania und ich die Haupttrainingsgruppe. Gleichzeitig fand ein Camp von der Jugend-Nationalmannschaft statt in den Altersklassen U13-U19. Insgesamt waren wir also ca. 60 Kinder und drei erwachsene Spieler. Das Resultat war sehr stickige Luft in der nicht klimatisierten Halle, aber auch ein coole Atmosphäre mit den energetischen Kids gleichzeitig zu trainieren. Ania, Clara und ich teilten uns zu dritt ein Zimmer im Hotel, welches direkt neben der Halle gerade neu eröffnet wurde. Insgesamt ist das Gelände ein sehr großer Sportkomplex mit Fußball-, Tennis-, Padelfelder und weiteren Sporthallen. Aktuell ist zusätzlich noch eine künstliche Surf-Anlage geplant. Echt richtig beeindruckend das Gelände.

Der Tagesablauf war grundsätzlich morgens eine intensivere Badmintoneinheit, nachmittags eine kürzere Gym-Einheit und im Anschluss noch eine weitere Badmintoneinheit. Mittwoch war der Ruhetag mit nur einer Badmintoneinheit und am Nachmittag frei, Samstag gab es noch eine Session am Morgen und der Sonntag war komplett frei.

Es war zwar nicht unbedingt mehr Training als Zuhause, aber der Umstand, dass man an einem anderen Ort ist, sich nicht um den Haushalt oder um das Essen kümmern muss, gibt einen doch nochmal einen anderen Fokus. Es war eine coole Mädelstruppe mit guten Sessions. Interessant war auch der Perspektivwechsel. Unsere Trainerin war Beatriz Corrales, ehemalige Top 20 Spielerin aus Spanien, gegen die ich früher öfters das Vergnügen hatte selbst zu spielen. Der Fokus lag im Training sehr viel auf taktische Spielzüge, kreieren von Spielsituationen und den Umgang damit.

Nach der ersten Woche reisten die Kinder ab, und wir hatten das Wochenende, um paar Unternehmungen zu machen außerhalb der Halle. Gespielt wurde Spikeball, Padel und der Sonntag wurde verbracht am Strand mit einem leckeren gemeinsamen Essen im Restaurant anschließend. Erwähnenswert ist dabei die Arbeit von Raúl, Yaidel und mir nach 2-stündiger Arbeit unter der knallenden Sonne, mit dem Ergebnis einer einzigarten Sandburg in Form einer Schildkröte 😝. Dieser Sonnenbrand war es mir wert.

In der zweiten Woche kam der Rest der Erwachsen-Nationalmannschaft aus den anderen Disziplinen und zusätzlich wurden die besten U23 Spieler des Landes eingeladen. Die besten U19 Spieler durften auch an der 2. Woche teilnehmen. Wir hatten eine richtig coole Einzeltruppe aus 17 Spielern. Die Leistungsdichte war hoch, und ich konnte mit ganz viele unterschiedlichen Spielertypen und Persönlichkeiten zusammen trainieren. Hauptsächlich machten wir 2 vs. 1 Übungen mit unterschiedlichen taktischen Vorgaben oder Feldbegrenzungen, und zwischendurch gab es immer wieder kurze Matchblöcke, wo es um Punkte ging. Der mitgereiste Athletik-Coach machte mit uns Sprungtests und täglich gab es neben dem normalen Krafttraining auch eine von ihm angeleitete Stabi-Einheit.

Highlight der Woche (😉) war das Spikeballturnier, das ich mit meinem Team, bestehend aus Ruben und Alvaro, gewinnen konnte. Das nenn ich mal eine krasse Leistungssteigerung, nachdem ich in der Woche vorher von Clara und Ania nur angeschrien wurde wie schlecht ich bin, hahaha 😂.

Am letzten Tag vor der Abreise gingen wir Spieler in die ‚Stadt‘, nun ja, Stadt ist vielleicht übertrieben, Städtchen passt da besser. Auf der Suche nach einer coolen Bar oder Ähnliches legten wir einiges an Strecke zurück, nach der anstrengenden Woche war das kein Vergnügen sag ich euch. Wir wurden nicht so richtig fündig, setzten uns am Ende in einen Miniclub nahe des Sportgeländes, aber bei einer Fanta blieb es am Ende und wir Mädels gingen zurück ins Hotel, während die Jungs noch etwas länger verweilten.

Es war eine supercoole Erfahrung, vielen lieben Dank an das spanische Team für die herzliche Einladung! Ich hoffe, es bieten sich immer wieder Gelegenheiten sich gegenseitig zu besuchen!

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