Dutch Open 🥇🇳🇱 2026!!!

Dutch Open 🥇🇳🇱 2026!!!

Was ein Turnier, vieles hat auf dem Feld geklappt und schließlich endete es mit einem Turniersieg bei den diesjährigen Dutch Open und ich bin super glücklich über den Erfolg! Aber fangen wir am besten von vorne an.

Schon von Anfang an stand dieses Turnier unter besonderen Sternen. Kurzfristig ergab sich die Möglichkeit, dass Eric Pang, einer meiner Trainer zu Hause, mich mit in die Niederlanden begleiten kann. Dafür einen Riesendank an den Hamburger Badminton Verband und Eric für euren Einsatz, um das zu ermöglichen!! Und es sollte sich auszahlen….

Am Mittwoch den 30.09. machten Eric und ich uns also direkt im Anschluss an die Streckereinheit vom LLZ mit besten Wünschen der Trainingsgruppe Richtung ’s Hertogenbosch, in das Heimatland von Eric. Die Autofahrt verlief glücklicherweise ohne großes Stauaufkommen und nach einem unerwartet feinem Essen in einem französischen Restaurant ging der Anreisetag auch schon zu Ende.

Morgens vor dem ersten Spiel fuhren dann Emma und ich in die Halle, um noch ein paar Minuten in der Haupthalle uns einspielen zu können. Leider wurden die Felder so früh schon für die anstehenden Spiele gesperrt, dass uns am Ende nur paar Minuten auf dem Feld zur Verfügung standen und unser Einspielen durch ein direktes Auffangen unseres Balles aus der Luft vom Referee unterbunden wurde. Da hat man leider keine Chance noch paar Schläger mehr sich zu ergaunern 🫠. Für mich ging es dann zurück in die Unterkunft, da mein Spiel erst für den Nachmittag angesetzt war, während Emma sich vorbereitete für ihr Mixed gegen die an zwei gesetzten des Turniers. Es wurde ein Thriller, wo Jan und Emma leider am Ende im dritten Satz mit 18:21 das Nachsehen haben mussten.

Meine Erstrundengegnerin hieß Xu Wei aus Österreich, die ich schon paar Mal spielen sehen konnte, aber selbst begegnete ich ihr noch nicht auf Wettkämpfen. Sie spielte risikoreich und traf immer wieder die Linie mit guten Verzögerungen, was es für mich schwierig machte einen guten Rhythmus zu finden. Letztlich überwog jedoch meine körperliche Fitness und ich konnte das Spiel auf einem höheren Tempo gestalten. Endstand 21:15; 21:8. Mental war ich aber nicht sehr zufrieden mit mir selbst, was sich auch immer wieder in meiner Körpersprache zeigte. Dies war die größte Baustelle, die es zu Verbessern galt und als Spielerin muss man natürlich versuchen das so gut wie möglich umzusetzen, was der Coach sagt 🤓.

Oft werden die International Challenge Turniere über drei Tage gespielt in der Hauptrunde, bei den Dutch Open waren aber 4 Tage vorgesehen. So ging es abends wieder zurück ins Airbnb-Haus, wo inzwischen auch Stine angekommen ist, für sie und Isabel ging das Turnier erst am Freitag los. Mit einem leckeren Abendessen gemeinsam in der Unterkunft (danke fürs Einkaufen und Kochen Bell, Stine und Jan 🫣🫶) ließ sich der Abend gut ausklingen.

2. Runde am 2. Tag mit einer wieder technisch sehr begnadeten Spielerin auf der anderen Seite des Netzes mit Kisona aus Malaysia. Die letzte Begegnung lag schon einige Jahre zurück. Ich startete die Partie sehr gut, spielte ein hohes Tempo mit wenig Fehlern, und ließ mich allgemein nicht mehr so schnell negativ irritieren. Zum Ende des ersten Satzes merkte ich, dass sie sich etwas zurückkämpfen konnte, aber der Satz ging immer noch souverän 21:13 an mich. Der zweite Satz gestaltete sich enger, zwischenzeitlich konnte ich auf 15:11 wegziehen, sie kam jedoch dann direkt wieder auf 15:15 dran. Ich behielt jedoch meine Nerven, konnte noch ein bisschen mehr Entschlossenheit drauf tun und gewann den 2. Satz schließlich mit 21:15. Abends ging es dann mit Eric und Freunden lecker japanisch Essen und ich konnte mich gut gestärkt auf den nächsten Tag vorbereiten, der physisch herausfordernder werden würde mit den anstehenden Viertelfinals und Halbfinals.

Die Gegnerin im Viertelfinale hieß etwas überraschend Milena Schnider aus der Schweiz, die in der ersten Runde die gesetzte Anna Tatranova aus Frankreich schlug. Auch gegen sie war es die erste Begegnung auf einem Wettkampf. Ich spielte wieder konzentriert mit einer soliden Abwehr und war in der Lage, das Feld groß zu machen. Auch in diesem Spiel konnte ich mich in zwei Sätzen durchsetzen und es hieß sich so gut wie möglich zu erholen für das anstehende Halbfinale, das nur ein paar Stunden später stattfand.

Mit Wen Yu Zhang aus Kanada stand mir die Nr. 48 der Welt und die an zwei gesetzte des Turniers gegenüber. Die letzte und einzige vorherige Begegnung konnte ich letztes Jahr bei den US Open für mich entscheiden. Auch sie ist eine technisch sehr starke Spielerin und der Schlüssel für mich war es in der Abwehr gut zu stehen und ihr das Gefühl zu geben keine leichten Punkte gegen mich erzielen zu können. Genau das gelang mir von Anfang an sehr gut, und sie traf zusätzlich bei einigen Bällen das Feld ganz knapp nicht, was natürlich mir sehr zu Gute kam. Endstand 21:7; 21:14. Auch für Stine und Isabel verlief der Tag sehr erfolgreich, sie konnten sich im Viertelfinale nach einem 81-minütigen Kampf gegen die an eins gesetzten Dänen durchsetzen und standen schließlich nach einem souverän gewonnenen Halbfinalspiel im Damendoppelfinale.

Abends ging es dann in einer etwas größeren Runde chinesisch Essen in Eindhoven, vorallem freute ich mich Yao Jie, die Frau von Eric, wiederzusehen, bei der ich auch immer wieder in der Vergangenheit trainierte und die selbst schon dreimal die Dutch Open gewinnen konnte! Beste Voraussetzungen also für das morgige Finale.

Gegnerin im Finalspiel war Aakarshi Kashyap aus Indien, die die Topgesetzte Amalie Schulz im Halbfinale ausschaltete. Gegen sie hatte ich noch eine Rechnung von vor zwei Jahren offen und ich stellte mich auf ein physisch hartes Spiel ein, denn sie konnte sehr gut die Bälle verteilen. Was am Ende passierte kann ich nicht wirklich beschreiben. Ich fühlte mich sehr gut auf dem Feld, kämpfte um jeden Ball, und traf viele gute Entscheidungen. Ich war in der Lage ihre Schläge gut zu lesen und selbst mit eigenen Variationen und geduldigen Entscheidungen ihr das Spiel schwer zu machen. Endstand 21:9; 21:6. Sieg bei den Dutch Open, 14 Jahre nach dem Sieg von Eric, der 2012 das Herreneinzel gewann! Danke Eric, dass du mich auf diesem Turnier gecoacht hast und auch danke an Johanna für deinen Einsatz!

Unten seht ihr noch paar Eindrücke von den Turniertagen:

Das Video vom Finalspiel:

https://www.badmintoneurope.tv/en-int/video/aakarshi-kashyap-ind-yvonne-li-ger/2260512

📸: Das Titelbild wurde geschossen von René Lagerwaard.

Eine Antwort zu „Dutch Open 🥇🇳🇱 2026!!!“

  1. Avatar von scrumptiouslyd28fca0060
    scrumptiouslyd28fca0060

    Hey Yvonne, herzlichen Glückwunsch zum Titel! Wir haben zuhause vor dem Fernseher live mitgefiebert.

    Drücke die Daumen, dass du das Mental-Game in deinem Spiel weiterhin öfter für dich entscheiden kannst. Klingt leichter gesagt, als getan. Wie programmierst du dich eigentlich selbst als Badmintonspielerin während des Matches positiv um, wenn du zum Beispiel gerade ausgerutscht bist, 2 Mal knapp ins aus gespielt hat, der Gegner Netzroller spielt, der Linienrichter eine Fehlentscheidung macht, aus einer Führung ein Rückstand und der Coach von außen etwas gut gemeintes reingibt, was du eigentlich selbst komplett anders siehst? Und wie kommt man von mental down wieder zu positiv und Stärke ausstrahlend, unabhängig davon was gerade so passiert? Also wie trainiert man Fokus auf deinem Level?

    Ich hoffe, das waren nicht zu viele Fragen.
    Herzliche Grüße aus Norddeutschland
    Gunnar

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Willkommen auf meiner Blog-Seite, ein Ort wo ich meine Erlebnisse von meinen Reisen auf und neben dem Feld teile für jeden, der sich interessiert dafür mehr über das Leben und die Geschichten einer professionellen Badminton-Athletin aus Deutschland zu erfahren.

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